Zwei Signaturlösungen im Fokus
Die Auswahl einer elektronischen Signaturlösung ist für Unternehmen mehr als eine Entscheidung für ein digitales Unterschriftentool. Sie betrifft zentrale Fragen rund um Datenschutz, Compliance, Integration und langfristige IT-Strategie.
Besonders häufig stehen Unternehmen vor der Frage: Soll die Lösung von einem spezialisierten deutschen Anbieter kommen oder aus dem Portfolio eines globalen Softwarekonzerns?
Dieser Vergleich zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen inSign und Adobe Acrobat Sign und unterstützt Unternehmen dabei, die passende Lösung für ihre Anforderungen zu finden.
Dieser Vergleich zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen inSign und Adobe Acrobat Sign und unterstützt Unternehmen dabei, die passende Lösung für ihre Anforderungen zu finden.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste zusammengefasst
- Beide Anbieter ermöglichen rechtssichere elektronische Signaturen nach eIDAS. Sie unterscheiden sich vor allem im Unternehmenssitz, in der Größe des Ökosystems und im rechtlichen Rahmen, dem sie unterliegen.
- inSign ist ein deutsches Unternehmen. Entwicklung und Betrieb finden in Deutschland statt. Ein On-Premises-Betrieb ist möglich.
- Adobe Acrobat Sign gehört zum US-Konzern Adobe. Die Lösung ist Teil eines größeren Produktökosystems mit Verbindungen zu Acrobat, der Adobe Experience Cloud und Microsoft-Produkten. Adobe unterliegt als US-Unternehmen dem US CLOUD Act, auch wenn Daten in EU-Rechenzentren gespeichert werden.
Unternehmen und Marktausrichtung
inSign ist seit über 15 Jahren am Markt. Das Unternehmen ist Spezialist für elektronische Signaturen. Der Fokus liegt auf dem europäischen Markt.
Adobe Acrobat Sign ist ein Produkt des global agierenden US-Konzerns Adobe. Die Lösung richtet sich an Unternehmen jeder Größe weltweit. Ein Vorteil zeigt sich für Unternehmen, die bereits andere Adobe-Produkte nutzen. Dort lässt sich Acrobat Sign in bestehende Workflows integrieren.
| Kriterium | inSign | Adobe Acrobat Sign |
|---|---|---|
| Unternehmenssitz | Deutschland | USA |
| Server-Standorte | Deutschland (EU) | Global, inklusive EU-Rechenzentren |
| Zielmarkt | Europa | Global |
| Hosting-Modell | SaaS, On-Premises | SaaS |
Rechtlicher Rahmen und Datenschutz
Beide Lösungen sind eIDAS-konform.
inSign wird ausschließlich von deutschen Dienstleistern entwickelt und betrieben. Es besteht keine Abhängigkeit von außereuropäischen Dienstleistern. inSign erfüllt alle Anforderungen der DSGVO.
Adobe betreibt auch Rechenzentren in der EU und stellt vertragliche Mechanismen wie Standardvertragsklauseln (Standard Contractual Clauses) bereit, um eine formale DSGVO-Konformität zu gewährleisten. Da Adobe seinen Sitz in den USA hat, unterliegt das Unternehmen dem US CLOUD Act. Dieses Gesetz kann US-Behörden Zugriff auf Daten ermöglichen, auch wenn diese physisch in der EU gespeichert sind.
Hosting-Modelle
- Beide Anbieter unterstützen SaaS.
- inSign lässt sich zudem On-Premises betreiben und kann somit vollständig in die eigene IT-Infrastruktur integriert werden, ohne externe Cloud-Anbindung.
- Adobe Acrobat Sign wird nicht als On-Premises-Lösung angeboten.
Funktionsumfang
Beide Lösungen decken die drei eIDAS-Signaturstufen ab: einfache elektronische Signatur, fortgeschrittene elektronische Signatur und qualifizierte elektronische Signatur. Auch Freigabeprozesse, Stapelsignaturen, ein Dokumentenarchiv und eine API sind bei beiden vorhanden.
| Funktion | inSign | Adobe Acrobat Sign |
|---|---|---|
| Signaturarten nach eIDAS | EES, FES, QES | EES, FES, QES |
| Biometrische Unterschrift | Ja | Nein |
| Formular-Editor | Ja | Ja |
| Vorlagen | Ja | Ja |
| Stapelsignatur | Ja | Ja |
| Genehmigungsprozesse | Ja | Ja |
| Auditbericht | Ja | Ja |
| Sprachen | 20+ | 30+ |
| API | Ja | Ja |
| On-Premises-Betrieb | Ja | Nein |
| Integrationsbreite | SAP, Microsoft, ausgewählte CRM-Systeme | Sehr breites Ökosystem, insbesondere Adobe- und Microsoft-Produkte |
Der Unterschied zeigt sich vor allem in der Breite des jeweiligen Produkt- und Integrationsökosystems. inSign lässt sich in ausgewählte Unternehmensanwendungen wie SAP und Microsoft-Produkte integrieren. Adobe Acrobat Sign bietet ein besonders umfangreiches Ökosystem mit zahlreichen Integrationen und unterstützt zudem mehr Sprachen als inSign.
Ein besonderes Merkmal von inSign ist die handschriftliche biometrische Unterschrift. Sie verbindet ein vertrautes Unterschriftserlebnis mit zusätzlichen Sicherheitsmerkmalen. Der Unterzeichner unterschreibt auf einem beliebigen Touchgerät mit dem Finger oder einem Stift. Dabei werden während des Unterschriftenvorgangs biometrische Merkmale erfasst und sicher mit dem signierten Dokument verknüpft. Im Streitfall können diese Daten zur Klärung beitragen.
Zertifizierungen und Compliance
inSign ist nach ISO 27001 zertifiziert und erfüllt die Anforderungen von C5 und SOC 2. Das Unternehmen adressiert zusätzliche regulatorische Anforderungen wie DORA, § 203 StGB, KRITIS und BaFin-Vorgaben.
Adobe Acrobat Sign ist ebenfalls nach ISO 27001 zertifiziert und erfüllt SOC 2. Deutschlandspezifische Anforderungen wie § 203 StGB oder BaFin-Vorgaben werden von Adobe nicht als eigener Schwerpunkt geführt, da sich das Unternehmen an internationalen statt regional-europäischen Standards orientiert.
Für Unternehmen aus regulierten Branchen wie Versicherungen, Banken oder dem Gesundheitswesen kann die Abdeckung deutscher bzw. EU-Regularien und -Verordnungen ein relevantes Kriterium sein. Insbesondere wenn die Unterschriftsprozesse in kritische oder wichtige Funktionen eingebunden sind, müssen die Anforderungen nach DORA sehr genau geprüft werden.
Support
inSign arbeitet mit festen und internen Ansprechpartnern, die Kundenanfragen direkt begleiten. Das Unternehmen ist bekannt für zuverlässigen, schnellen und persönlichen Support.
Adobe organisiert den Support über standardisierte, mehrstufige Prozesse, wie es bei einem global tätigen Konzern üblich ist.
Fazit: Die passende Lösung hängt von den Anforderungen ab
Sowohl inSign als auch Adobe Acrobat Sign ermöglichen rechtskonforme elektronische Signaturen und bieten einen umfangreichen Funktionsumfang für digitale Signaturprozesse. Die Entscheidung für eine Lösung hängt daher weniger von den grundlegenden Signaturfunktionen ab, sondern vor allem von den individuellen Anforderungen des Unternehmens.
Adobe Acrobat Sign eignet sich besonders für Unternehmen, die bereits mit Adobe-Produkten arbeiten, international aufgestellt sind oder eine Lösung innerhalb eines globalen Software-Ökosystems suchen. Die Integration in bestehende Adobe- und Microsoft-Umgebungen kann hier ein relevanter Vorteil sein.
inSign eignet sich besonders für Unternehmen, die Wert auf einen deutschen Anbieter, einen Betrieb in Deutschland oder eigenständigen Betrieb sowie eine enge Berücksichtigung europäischer und deutscher Anforderungen legen. Für Organisationen aus regulierten Branchen kann zudem die Ausrichtung auf Themen wie Datenschutz, Compliance und branchenspezifische Vorgaben sowie Regulatorik entscheidend sein.
Welche Lösung besser passt, hängt von Faktoren wie bestehender IT-Landschaft, regulatorischen Anforderungen, gewünschtem Betriebsmodell und der Bedeutung persönlicher Betreuung ab.
Häufige Fragen zu inSign und Adobe Acrobat Sign
Der Unterschied liegt vor allem im Unternehmenssitz und im rechtlichen Rahmen. inSign wird ausschließlich in Deutschland betrieben. Adobe Acrobat Sign gehört zu einem US-Konzern und unterliegt dem US CLOUD Act (auch bei Nutzung europäischer Rechenzentren).
Beide Lösungen können als SaaS genutzt werden. On-Premises unterstützt nur inSign. Dabei setzt inSign auf deutsche Infrastruktur und deutsche Dienstleister, während Adobe Acrobat Sign Teil einer globalen Cloud-Infrastruktur ist.
Für Versicherungen und Banken kann inSign besonders geeignet sein, wenn Anforderungen wie deutsche Infrastruktur, Datenschutz, Compliance und branchenspezifische Vorgaben im Fokus stehen. Adobe Acrobat Sign kann Vorteile bieten, wenn internationale Prozesse, eine globale Softwarelandschaft oder bestehende Adobe-Integrationen entscheidend sind.
Ja, sowohl inSign als auch Adobe Acrobat Sign unterstützen rechtssichere elektronische Signaturen nach der europäischen eIDAS-Verordnung. Die konkrete Rechtswirkung hängt von der gewählten Signaturart (EES, FES oder QES), dem Anwendungsfall und den jeweiligen rechtlichen Anforderungen ab.
Für Unternehmen mit internationaler Ausrichtung oder bestehender Nutzung von Adobe-Produkten.
Für Unternehmen, die einen deutschen Anbieter, den Verzicht auf US-Cloud-Anbindung und die Abdeckung deutscher bzw. europäischer Regulatorik priorisieren.
Über den Autor
Martin Hierhager
Als Geschäftsführer treibe ich gemeinsam mit meinem Team die kontinuierliche Weiterentwicklung von inSign voran. Begonnen habe ich meinen beruflichen Weg als Entwickler. Software- und Digitalisierungsthemen faszinieren mich bis heute. Genauso wichtig sind mir Sport, Musik und vor allem die Zeit mit meiner Familie.
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