Definition, Funktionsweise und Praxisbeispiele

Digitale Signatur:
Der Leitfaden für Unter­nehmen

Digitale Signatur
Animierte Signatur Unterschrift weiß
Inhaltsverzeichnis

Was ist eine digitale Signatur?

Bei einer digitalen Signatur handelt es sich um ein kryptografisches Verfahren, das auf einem Schlüsselpaar (privat/öffentlich) basiert und die Authentizität und Integrität elektronischer Daten gewährleistet.

Sie funktioniert ähnlich wie eine handschriftliche Unterschrift, jedoch auf Basis mathematischer Algorithmen. Mit einer digitalen Signatur lässt sich nachweisen, dass eine Nachricht oder Datei vom angegebenen Absender stammt und sie während der Übertragung nicht verändert wurde.

Die Technik dahinter ist einfach erklärt: Zunächst wird aus den zu signierenden Daten ein eindeutiger Hashwert – eine Art digitaler Fingerabdruck – erzeugt. Dieser Hashwert wird anschließend mit dem privaten Schlüssel des Absenders verschlüsselt. Das Ergebnis ist die digitale Signatur. Der Empfänger kann die Signatur mithilfe des öffentlichen Schlüssels des Absenders überprüfen. Stimmen die Werte überein, ist die Echtheit und Unversehrtheit der Daten bestätigt.

Herkunft/
Authentizität

Die digitale Signatur beweist die Identität des Absenders.

Unverfälschtheit/
Integrität

Die digitale Signatur garantiert, dass der Inhalt nicht manipuliert wurde.

Die wichtigsten Begriffe rund um die digitale Signatur

Digitale Signaturen sind ein zentraler Baustein für sichere Online-Kommunikation und rechtsverbindliche digitale Prozesse. Doch rund um dieses Thema existieren viele leicht verwechselbare Begriffe – von „elektronischer Signatur“ bis hin zu „digitalem Siegel“.

Die folgende Übersicht erläutert die wichtigsten Fachbegriffe und zeigt ihre Zusammenhänge auf.
BegriffArt / KontextGenaue BedeutungBemerkung
Digitale SignaturTechnisch (Kryptografie)Kryptografisches Verfahren zur Sicherung von Authentizität und Integrität.Immer asymmetrische Kryptografie; kein rechtlicher Begriff.
Digitale UnterschriftUmgangsspracheUnscharfer Begriff; kann digitale Signatur oder elektronische Signatur meinen.Nicht eindeutig; sollte präzisiert werden.
Elektronische SignaturRechtlich (siehe eIDAS)Überbegriff für elektronische Verfahren, die die Identität einer Person mit einem Dokument verknüpfen. Hat 3 Stufen: EES, FES, QES.Rechtliche Wirkung hängt von der Stufe ab.
Elektronische UnterschriftUmgangsspracheMeint fast immer elektronische Signatur; kein eigener juristischer Begriff.Umgangssprachlich, nicht formal definiert.
Digitales SiegelRechtlich und technischEntspricht der elektronischen Signatur, aber für juristische Personen (Organisationen statt Menschen). Belegt Authentizität und Integrität.Keine Willenserklärung, sondern Herkunfts- und Echtheitsnachweis.

Einsatzbereiche für digitale Signaturen

Digitale Signaturen bilden das sicherheitstechnische Fundament moderner IT-Systeme.

Sie schützen Daten vor Manipulation, bestätigen die Identität von Absendern und machen Prozesse in Unternehmen nachweisbar und vertrauenswürdig. Ob beim Unterschreiben von Dokumenten, beim Absichern von Software oder beim Schutz sensibler Kommunikation – überall dort, wo Integrität und Authentizität entscheidend sind, kommen digitale Signaturen zum Einsatz.

Um zu verstehen, wie umfassend diese Technologie unseren digitalen Alltag absichert, lohnt sich ein Blick auf die wichtigsten Bereiche, in denen digitale Signaturen heute eine zentrale Rolle spielen:
Ein großer Bereich der digitalen Signatur ist die elektronische Signatur, bei der neben der technischen auch die rechtliche Seite eine Rolle spielt.

Die rechtliche Grundlage für die elektronische Signatur bildet die eIDAS, die “electronic IDentification, Authentication and trust Services” Verordnung.
EU

eIDAS - die rechtliche Grundlage für die elektronische Signatur

EU-weite Rechtssicherheit dank eIDAS

Vor der eIDAS (electronic IDentification, Authentification and trust Services ) gab es in der EU kein einheitliches Regelwerk für elektronische Signaturen. Das führte zu Problemen, da elektronische Signaturen aus einem Land oft in einem anderen Land nicht anerkannt wurden.

Die eIDAS-Verordnung bildet den rechtlichen Rahmen für elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste in der EU und regelt die Nutzung von vertrauenswürdigen Diensten wie Zertifkate, Siegel und Zeitstempel.
Bezüglich der elektronischen Signatur unterscheidet die eIDAS drei Signaturarten , die je nach Sicherheitsniveau und rechtlicher Wirkung eingesetzt werden.

Einfache elektronische Signatur (EES)

Die einfache elektronische Signatur (EES) bezeichnet jede elektronische Form der Unterzeichnung, etwa einen eingescannten Namenszug oder eine Klick-Bestätigung.

Sie wird eingesetzt, wenn schnelle und unkomplizierte Willenserklärungen ohne Identitätsprüfung ausreichen.

Beispiel: interne Freigaben

Fortgschrittene elektronische Signatur (FES)

Die fortgeschrittene elektronische Signatur (FES) ist technisch so gestaltet, dass sie eindeutig einer Person zugeordnet werden kann, deren Identifizierung ermöglicht und nachträgliche Änderungen am Dokument erkennbar macht.

Sie wird eingesetzt, wenn ein höheres Maß an Sicherheit und Authentizität erforderlich ist.

Beispiel: B2B oder B2C Vertragsabschlüsse

Qualifizierte elektronische Signatur (QES)

Die qualifizierte elektronische Signatur (QES) stellt die höchste Stufe dar: Sie basiert auf einem qualifizierten Zertifikat und ist rechtlich der handschriftlichen Unterschrift gleichgestellt.

Sie wird eingesetzt, wenn die gesetzliche Schriftform eingehalten werden muss.

Beispiel: Arbeitnehmerüberlassungen

Kurz gesagt: Ohne eIDAS wäre die Nutzung elektronischer Signaturen unsicher und länderabhängig. Mit eIDAS können Unternehmen digital arbeiten, Verträge rechtsgültig unterzeichnen und gleichzeitig EU-weit agieren, ohne sich über die rechtliche Anerkennung Gedanken machen zu müssen.

Vorteile digitaler Signaturen

Die digitale Signatur bietet Unternehmen viele Vorteile: Sie spart Zeit und Kosten, erhöht die Sicherheit und Transparenz und ermöglicht durch papierloses Arbeiten mehr Nachhaltigkeit.

Zeit- und Kostenersparnis

Durch den Einsatz digitaler Signaturen werden die Durchlaufzeiten erheblich verkürzt. Dokumente müssen nicht mehr ausgedruckt, per Post versendet oder eingescannt werden. Der digitale Signaturprozess ist in wenigen Klicks erledigt. Unterschriften können unabhängig von Ort und Zeit eingeholt werden. Durch Pflichtfelder werden Rückläufer verhindert. Erinnerungen werden automatisch versendet.
Unternehmen sparen wertvolle Arbeitszeit, reduzieren Verzögerungen und senken gleichzeitig die Kosten für Papier, Druck und Porto.

Mehr Sicherheit und Transparenz

Das Sicherheitsniveau einer digitalen Signatur ist deutlich höher als das einer handschriftlichen Unterschrift. Durch moderne Technologien lässt sich die Identität des Unterzeichners nachweisen. Zudem können alle Änderungen am Dokument lückenlos erkannt werden. Professionelle Signaturlösungen schützen unterschriebene Dokumente vor Änderungen, sodass eine Manipulation ausgeschlossen ist.

Nachhaltigkeit durch papierloses Arbeiten

Für ein handelsübliches Päckchen Kopierpapier (500 Blatt DIN A4, 2,3 kg) werden ganze 7,5 Kilogramm Holz, 130 Liter Wasser und 26,8 Kilowattstunden Energie verbraucht! Unternehmen, die konsequent auf digitale Prozesse setzen, reduzieren ihren ökologischen Fußabdruck und tragen aktiv zum Umweltschutz bei. Gleichzeitig verbessert sich das Unternehmensimage bei Kunden und Partnern, die zunehmend Wert auf nachhaltiges Arbeiten legen.

Software für digitale Signaturen

Um digitale Signaturen im Unternehmen effizient nutzen zu können, benötigen Sie eine Software für elektronische Signaturen.
Was Sie bei der Wahl beachten sollten:

Hersteller

  • Datenschutz: Handelt es sich um ein europäisches Unternehmen, dass die Einhaltung der DSGVO/GDPR garantieren kann?
  • Datenverarbeitung: Wo werden Daten gespeichert und von welchem Dienstleister? Wo befinden sich die Subunternehmer?
  • Zertifizierungen und Standards: Ist das Unternehmen nach ISO 27001 zertifiziert oder nur das Rechenzentrum? Gibt es ein Testat nach C5 Kriterien?
  • Kundenbetreuung: Gibt es einen persönlichen Ansprechpartner?

Produkt

  • Betrieb: Ist die Lösung DSGVO-konform? Ist On-Premises/SaaS möglich? Wird die Souveränität der Daten gewährleistet (z. B. Cloud Act)?
  • Flexible Lizenzmodelle: Kann die Software stand-alone und integriert eingesetzt werden? Ist sie individuell anpassbar?
  • Konnektivität: Gibt es eine API-Schnittstelle? Sind Anbindungen an bestehende Systeme vorhanden? Welche Vertrauensdiensteanbieter (VDA) stehen für qualifizierte elektronische Signaturen zur Auswahl?
  • Weiterentwicklung/Updates Wird die Signaturlösung kontinuierlich weiterentwickelt?
  • Zertifizierungen und Standards: Ist die Signatur eIDAS und ZertES-konform und basiert sie auf PAdES? Ist die Software auch barrierefrei?
  • Marktresonanz/Reputation: Handelt es sich um eine markterprobte und bewährte Lösung? Wie fallen die Bewertungen auf Google, Capterra, OMR Reviews etc. aus?
  • Nutzererlebnis: Wie einfach und intuitiv ist der Umgang mit der Software?

Dokumente digital unterschreiben: Einsatzmöglichkeiten für Unternehmen in der Praxis

Durch den Einsatz von digitalen Signaturen können Unternehmen rechtsgültige Verträge digital abschließen und ihre Prozesse effizienter gestalten. Ob im Personalwesen, im Vertragsmanagement oder in der Finanzabteilung: Durch den Einsatz digitaler Signaturen lassen sich Dokumente in allen Unternehmensbereichen sicher, rechtsverbindlich und ohne Medienbruch unterzeichnen.

Mit digitalen Signaturen sparen Unternehmen Zeit, reduzieren Fehlerquellen und gewährleisten, dass Dokumente vor Manipulation geschützt sind. So beschleunigen Unternehmen ihre Abläufe, reduzieren Verwaltungskosten und schaffen gleichzeitig Transparenz und Nachvollziehbarkeit.
BereichBeispieleNutzen
VertragswesenArbeitsverträge, Lieferantenverträge, NDAsSchnellere Abwicklung ohne Medienbruch
VertriebAngebote, Auftragsbestätigungen, RahmenverträgeSchnellere Abschlüsse, kürzere Sales-Zyklen
Personalwesen (HR)Onboarding, Homeoffice-Vereinbarungen, UrlaubsanträgePapierlose Personalakte, einfache Genehmigungsprozesse
FinanzwesenRechnungsfreigaben, Steuerdokumente, interne GenehmigungenNachvollziehbarkeit, Audit-Trails
Einkauf & BeschaffungBestellungen, LieferantenverträgeEffizientere Workflows
IT & ComplianceGenehmigung von Datenschutzrichtlinien, SicherheitsrichtlinienNachweisbare Zustimmung
KundenkommunikationVerträge, EinverständniserklärungenDigitale Customer Experience

FAQ: Häufige Fragen zum Thema digitale Signatur

Mit der digitalen Signatur meint man in der Regel das elektronische Gegenstück zur handschriftlichen Unterschrift auf einem Dokument. Das Ziel besteht darin, die Identität zu beweisen (Authentizität) und das Dokument vor Änderungen zu schützen (Integrität).

Oft werden die Begriffe „digitale Signatur” und „elektronische Signatur” synonym verwendet, wenn das Unterschreiben von digitalen Dokumenten wie PDFs oder Word-Dateien gemeint ist. Die „Digitale Signatur” ist ein Begriff aus der Informatik, der das kryptographische Verfahren beschreibt. Die „elektronische Signatur” ist hingegen ein rechtlicher Begriff, der in der eIDAS-Verordnung definiert ist.

Es gibt verschiedene Tools, um Verträge digital zu unterschreiben: kostenlose Online-Tools, professionelle Software als Webanwendung in der Cloud oder als Integration in die eigene Software. Für Unternehmensprozesse empfehlen sich professionelle Signaturlösungen wie zum Beispiel inSign.

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