Fernsignatur: Begriffs­erklärung und Relevanz für Unternehmen

Elektronisch unterschreiben, ohne Signaturkarte, von überall – das ist die Fernsignatur

Sie nutzen bereits elektronische Signaturen in Ihrem Unternehmen. Verträge werden digital unterzeichnet, Prozesse laufen schneller, Papier spielt eine immer kleinere Rolle. Elektronische Signaturen haben Unterschriftsprozesse grundlegend verändert.
Wie passt nun der Begriff Fernsignatur zu elektronischen Signaturen? Handelt sich hierbei um das gleiche oder um etwas anderes? Die Antwort: Sowohl als auch. Die Fernsignatur ist keine eigene Signaturart neben der einfachen, fortgeschrittenen oder qualifizierten elektronischen Signatur. Sie beschreibt eine bestimmte Art, wie eine Signatur technisch erzeugt wird.
Fernsignatur
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste zusammengefasst

  • Eine Fernsignatur ist eine elektronische Signatur, bei der die Unterschrift auf dem Gerät des Nutzers geleistet wird, die technische Verknüpfung mit dem Dokument aber in der Cloud stattfindet.
  • Sie ist keine eigene Signaturart, sondern beschreibt den technischen Prozess: Die Signaturdaten werden mit dem Dokument „aus der Ferne“ auf einem externen Server verbunden.
  • Fernsignaturen können als einfache, fortgeschrittene oder qualifizierte elektronische Signatur (QES) ausgeführt werden – je nach Anwendungsfall und erforderlichem Sicherheitsniveau.
  • Die Fernsignatur bietet Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit: ohne Signaturkarte, ohne Installation, nutzbar von jedem internetfähigen Gerät.
  • Rechtliche Grundlage ist die eIDAS-Verordnung, die einheitliche Standards für elektronische Signaturen in der EU definiert.
  • Moderne Signatursoftware basiert größtenteils auf der Fernsignatur.

Definition: Was ist eine Fernsignatur?

Eine Fernsignatur ist eine elektronische Signatur, bei der der technische Signaturvorgang nicht lokal auf dem Endgerät des Unterzeichners stattfindet, sondern auf einem sicheren externen Server, also in der Cloud. Der Unterzeichner autorisiert die Signatur auf seinem Gerät während die eigentliche Verknüpfung mit dem Dokument im Hintergrund auf einem sicheren Server erfolgt. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen der Vor-Ort-Signatur und der Fernsignatur: Man schreibt nicht direkt in das Dokument, sondern gibt den Signierbefehl. Die Software erledigt den Rest.

Setzen Sie bereits eine Fernsignatur ein, ohne es zu wissen?

Sehr wahrscheinlich: ja. Die meisten gängigen Signaturplattformen arbeiten standardmäßig nach dem Fernsignatur-Prinzip.

Ein Dokument wird auf einen Server hochgeladen, der Unterzeichner führt auf seinem Gerät den Unterschriftsvorgang aus und das Dokument wird auf dem Server «in der Ferne» signiert.

Rechtliche Grundlagen der Fernsignatur

Die rechtliche Grundlage für elektronische Signaturen in Europa bildet die eIDAS-Verordnung, die seit 2016 unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten gilt. Sie schafft einen einheitlichen Rahmen für elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste und unterscheidet dabei drei Signaturarten: die einfache, die fortgeschrittene und die qualifizierte elektronische Signatur (QES).

Vor- und Nachteile der Fernsignatur

Die Digitalisierung von Verwaltungs- und Geschäftsprozessen verlangt nach schnellen, sicheren und gesetzeskonformen Signaturlösungen. Die Fernsignatur erfüllt diese Anforderungen, indem sie es ermöglicht, orts- und geräteunabhängig digital zu unterschreiben bei gleichzeitig hohem Sicherheitsniveau. Gerade im Homeoffice, bei mobilen Anwendungen oder im internationalen Dokumentenaustausch bietet die Fernsignatur entscheidende Vorteile. Wie bei jeder Technologie gibt es aber natürlich auch gewisse Nachteile bzw. Abhängigkeiten, die es zu beachten gilt.

Vorteile der Fernsignatur

  • Ortsunabhängigkeit: Signieren von überall, wie z.B. im Büro, im Homeoffice oder unterwegs.
  • Keine Hardware erforderlich: Weder Signaturkarte noch Kartenlesegerät werden benötigt.
  • Benutzerfreundlich: Intuitive Bedienung direkt im Browser oder per App ohne Installation.
  • Rechtssicherheit: Fernsignaturen entsprechen den Anforderungen der eIDAS-Verordnung.
  • Skalierbar: Ideal für Unternehmen, die viele Dokumente in effizienten Workflows verarbeiten.

Nachteile der Fernsignatur

  • Internetabhängigkeit: Eine Fernsignatur setzt eine Online-Verbindung voraus.
  • Vertrauen in den Anbieter: Die Sicherheit der Lösung hängt von der Qualität und Zertifizierung des Dienstleisters ab. Auf anerkannte Anbieter zu setzen ist daher entscheidend.

Fazit: Fernsignatur – flexibel, sicher und zukunftsfähig

Die Fernsignatur ist der Standard für moderne, digitale Signaturprozesse. Sie kombiniert Rechtssicherheit, Benutzerfreundlichkeit und Flexibilität, ohne technische Hürden wie Hardware-Abhängigkeiten oder aufwendige Installationen.

„Fern“ bedeutet dabei nicht weniger sicher – im Gegenteil: Die Verarbeitung auf zertifizierten Servern macht Manipulationen durch kryptografische Verfahren nachweisbar und Signaturworkflows über weite Entfernungen hinweg möglich. Wer auf einen anerkannten Anbieter setzt, ist auf der sicheren Seite.

FAQ: Häufige Fragen zum Thema Einschreiben mit Rückschein

ine Fernsignatur ist eine elektronische Signatur, bei der der Signaturvorgang nicht lokal auf dem Gerät des Unterzeichners stattfindet, sondern über einen sicheren Cloud-Dienst ausgelöst wird. Der Nutzer unterschreibt per Smartphone, Browser oder App – die technische Verknüpfung mit dem Dokument erfolgt auf einem Server „in der Ferne“.

„Fern“ bedeutet, dass die Signatur des Dokuments nicht direkt auf dem Gerät des Nutzers erzeugt wird, sondern in der Cloud – also in der Ferne. Es handelt sich nicht um eine eigene Signaturart, sondern um eine Beschreibung des technischen Prozesses.

Die Kosten hängen vom Anbieter und dem gewählten Sicherheitsniveau ab. Für einfache und fortgeschrittene Fernsignaturen bieten viele Anbieter attraktive Preismodelle. QES-Fernsignaturen sind in der Regel teurer, da die qualifizierte elektronische Signatur mit hohen regulatorischen Anforderungen einhergeht, die hohe Kosten verursachen.

 In der Regel genügen ein internetfähiges Gerät (Smartphone, Tablet oder PC) und der Zugang zu einem Signaturdienst. Keine zusätzliche Hardware, kein Download nötig.

Ursula
Über den Autor
Ursula Korotwitschka – Marketing Specialist
Ursula beschäftigt sich seit vielen Jahren mit allen Themen rund um die elektronische Signatur und wie smarte Software den Arbeitsalltag erleichtern kann.